Liguster ist eine der schnittverträglichsten Heckenpflanzen: Er treibt auch nach kräftigem Rückschnitt zuverlässig wieder aus und lässt sich in fast jede Form bringen. Er wächst in Sonne und Halbschatten und in jedem normalen Gartenboden ohne Staunässe. Vor dem Kauf zählt vor allem, welche Art Sie wählen – sie unterscheiden sich deutlich im Winterlaub, in der Frosthärte und in der Höhe.
Welcher Liguster passt?
Ovalblättriger Liguster und seine Sorten
Der Ovalblättrige Liguster (Ligustrum ovalifolium) ist die klassische grüne Hecke: als Hecke meist 1 bis 2 m, ungeschnitten bis 3 m, 20 bis 40 cm Zuwachs im Jahr. Farbige Akzente setzen der Goldliguster 'Aureum' mit goldgelbem und der Weißbunte Liguster 'Argenteum' mit cremeweiß gerandetem Laub. Für niedrige Hecken und Einfassungen von 0,6 bis 1,2 m gibt es den Kompakten Liguster 'Green Diamond'. Alle sind halbimmergrün und bis etwa −15 °C winterhart.
Für raue Lagen
Der Schwarzgrüne Liguster 'Atrovirens' (Ligustrum vulgare) hat schmale, sehr dunkle Blätter, wird als Hecke 1 bis 2 m und frei wachsend 3 bis 4 m hoch und ist bis etwa −25 °C winterhart. Er ist halbimmergrün: Im Winter färbt sich das Laub bronze bis violett, bei strengem Frost fällt es ab. Der Buschige Liguster (Ligustrum obtusifolium var. regelianum) wächst breit mit waagerechten Zweigen, als Hecke 1 bis 1,5 m, frei 1,5 bis 2 m. Er ist sommergrün, färbt im Herbst gelb bis rötlich-violett und ist bis etwa −25 °C winterhart.
Glänzender Liguster: für milde Lagen
Der Glänzende Liguster (Ligustrum lucidum) hat große, glänzende Blätter, ist immergrün und blüht spät, von Juli bis September. Als Hecke wird er 1,5 bis 2,5 m, frei wachsend in Deutschland meist 3 bis 6 m hoch. Er ist nur bedingt winterhart bis etwa −10 °C und passt in Weinbaugebiete, das Rheintal und geschützte Stadtgärten.
Alle Liguster kommen als junge Pflanzen im 9 × 9 cm Topf (0,5 Liter). Die Lieferhöhe ist ab Topfoberkante gemessen: ca. 20–30 cm bei den Ovalblättrigen und beim Buschigen, ca. 15–20 cm beim Glänzenden, ca. 10–15 cm beim Schwarzgrünen.
Standort, Schnitt und Pflege
Liguster wächst sonnig bis halbschattig in sandigem bis lehmigem, auch kalkhaltigem Boden. Die bunten Sorten färben in der Sonne am schönsten. Im Pflanzjahr regelmäßig gießen, danach kommt er mit trockenen Phasen gut zurecht.
Im ersten Jahr nach der Pflanzung um etwa ein Drittel einkürzen, dann verzweigt sich die Hecke von unten. Den Formschnitt machen Sie Ende Juni, bei Bedarf noch einmal Ende August; einen starken Rückschnitt nur im Spätwinter, außerhalb der Brutzeit der Vögel. An ungeschnittenen Trieben erscheinen im Juni und Juli cremeweiße, stark duftende Blütenrispen, danach schwarze Beeren. Beeren, Blätter und Rinde sind giftig.
Liguster kombinieren
Als gemischte Hecke passt Liguster zu Heckenmyrte, Glanzmispel und Kirschlorbeer. Für niedrige Einfassungen eignen sich Japanische Stechpalme und Kriechspindel. Mehr Auswahl unter Heckenpflanzen, Hecken für Sichtschutz und niedrige Hecken.