Inspiration aus der Gärtnerei
Welcher Garten soll es werden?
Sechs Gartenstile
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Vom Bild zur Pflanzenliste
Erst der Stil, dann die Pflanzen
Die meisten Gärten entstehen andersherum: Man kauft, was gerade blüht, und wundert sich zwei Jahre später, warum das Beet unruhig wirkt. Ein Gartenstil dreht die Reihenfolge um. Er legt fest, welche Formen, Farben und Wuchshöhen zusammenpassen – und daraus ergibt sich die Pflanzenliste fast von selbst. Auf dieser Seite gehen wir sechs Stile durch, die sich in mitteleuropäischen Gärten bewährt haben. Zu jedem finden Sie die passenden Gräser, Stauden, Farne und Gehölze aus unserem Sortiment.

Station 1 · Volle Sonne, trockener Boden
Kies- & Präriegarten
☀️ Sonne · 💧 wenig Wasser · 🌿 239 Sorten
Der Kiesgarten arbeitet mit einer mineralischen Deckschicht, der Präriegarten mit breiten Bändern aus Gräsern und Stauden. Beide leben davon, dass der Boden durchlässig ist und die Pflanzen Trockenheit vertragen: Federgras, Rutenhirse, Blauschwingel und Chinaschilf geben die Struktur, Sonnenhut, Lavendel, Salbei und Fackellilie die Farbe. Nach dem Anwachsen kommt so ein Beet fast ohne Gießen aus – und sieht im August noch gut aus, wenn der Rasen längst braun ist.

Station 2 · Nordseite und unter Bäumen
Schatten- & Waldgarten
🌳 Schatten bis Halbschatten · 🍃 157 Sorten
Der Platz unter Bäumen ist der ehrlichste im Garten: Rasen wächst dort nicht, Sommerblumen halten nicht durch. Funkien, Purpurglöckchen, Schaumblüte, Elfenblume und Farne dagegen sind genau dafür gemacht. Sie arbeiten mit Blattform und Blattfarbe statt mit Blüten und bilden nach zwei bis drei Jahren eine geschlossene Decke, die kein Unkraut mehr durchlässt.

Station 3 · Ruhe, Form und wenig Blüte
Japan- & Zengarten
🎋 Halbschatten · ✂️ schnittverträglich · 🌿 114 Sorten
Der japanische Garten ist der einzige Stil, bei dem Weglassen die wichtigste Entscheidung ist. Wenige Arten, dafür in größeren Gruppen: Bambus als grüne Wand, Japan-Segge und japanisches Berggras als Fläche, Funkien und Farne für die feuchte Ecke, geschnittene Ilex-Kugeln als ruhende Punkte. Blüte spielt kaum eine Rolle – die Wirkung entsteht aus Grüntönen, Formen und Wiederholung.
Wenn es schnell gehen soll
Vier fertig zusammengestellte Beete

Station 4 · Ein Garten, in dem etwas los ist
Naturgarten & Bienenweide
🐝 insektenfreundlich · 🌸 Blüte März bis Oktober · 🌿 152 Sorten
Ein Naturgarten ist kein ungepflegter Garten, sondern einer, der durchgehend etwas zu bieten hat. Wichtig ist die Staffelung über die Saison: Günsel und Golderdbeere im Frühjahr, Storchschnabel, Salbei und Flammenblume im Sommer, Sonnenhut und Fetthenne bis in den Oktober. Dazu ein paar blühende Sträucher wie Spiere oder Fingerstrauch – dann fliegen Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge von März bis Herbst.

Station 5 · Klare Linien, auch im Winter
Moderner Garten – Form & Struktur
📐 Blockpflanzung · ❄️ Winterstruktur · 🌿 152 Sorten
Der moderne Garten wiederholt statt zu mischen: dieselbe Art in Blöcken oder Reihen, klare Kanten, wenige Farben. Aufrechte Gräser wie Reitgras und Pfeifengras geben die Vertikale, geschnittene Ilex- und Eibenformen die festen Punkte, immergrüne Bodendecker wie Immergrün, Dickmännchen und Golderdbeere die Fläche. Der große Vorteil: Die Seite trägt auch im Januar noch, wenn im Staudenbeet nichts mehr steht.

Station 6 · Sand, Wind und viel Himmel
Strand- & Dünengarten
🌊 windfest · 🏖️ sandverträglich · 🌿 74 Sorten
Der Dünengarten funktioniert auch weit im Binnenland – überall dort, wo der Boden sandig ist und der Wind freien Lauf hat. Strandhafer und Blau-Strandroggen halten lockeren Boden mit ihren Ausläufern fest, Rutenhirse und Pampasgras bringen Höhe, Edeldistel und Blauschwingel das Silbergrau. Rundum ein Stil, der mit magerem Boden besser zurechtkommt als mit gutem.
Im Aufbau
Diese Themenwelten kommen als Nächstes
Die Pflanzen dafür haben wir längst im Sortiment – wir sortieren sie gerade Stück für Stück zu eigenen Bereichen. Schauen Sie in ein paar Wochen wieder vorbei.
Steingarten & Polster
Flache Polster zwischen Steinen und in Mauerfugen: Moos-Steinbrech, Polster-Phlox, Sternmoos und Teppich-Thymian. Trockenheitsfest, trittverträglich, blühen im Frühjahr flächig auf.
Wasser & feuchte Stellen
Für den Rand des Teichs und für Senken, in denen das Wasser steht: Wollgras, Zwerg-Binse, Straußenfarn und Pfeifengras kommen mit nassen Füßen zurecht.
Cottage- & Bauerngarten
Dicht an dicht gepflanzt, viel Blüte, wenig Ordnung: Storchschnabel, Frauenmantel, Flammenblume, Prachtspiere und Nelkenwurz ergeben das typisch üppige Bild.
Mediterraner Garten
Silbergraues Laub, Duft und magerer Boden: Lavendel, Blauraute, Wolfsmilch, Thymian und Federgras bringen den Süden in den Garten – winterhart bei uns.
Herbst & Winterstruktur
Pflanzen, die nach dem ersten Frost erst richtig anfangen: Chinaschilf, Reitgras, Rutenhirse und Fetthenne halten Halme und Samenstände bis Februar.
Bambusgarten
Grüne Wand ohne Mauer: horstig wachsende Fargesien laufen nicht aus, werden 2 bis 4 Meter hoch und bleiben das ganze Jahr über blickdicht.
Bambus ansehenVorgarten statt Schottergarten
Pflegeleicht, aber lebendig: immergrüne Bodendecker, ein paar geschnittene Kugeln und niedrige Gräser – so viel Aufwand wie Schotter, so viel Wirkung wie ein Beet.
Dachterrasse & Kübel
Für Pflanzgefäße, die im Winter draußen bleiben: kompakte Gräser, Zwergbambus, Purpurglöckchen und Fiederpolster halten Wurzelfrost im Topf aus.
Der schnelle Wegweiser
Welcher Stil passt zu meinem Garten?
☀️ Vollsonnig und trocken
Südseite, sandiger Boden, im Sommer wochenlang kein Regen: Dann führt der Weg zum Kiesgarten. Gräser und Präriestauden halten das aus, ohne dass Sie täglich zum Schlauch greifen.
Kies- & Präriegarten🌳 Schatten unter Bäumen
Wurzeldruck, wenig Licht, trockener Boden – die schwierigste Ecke im Garten. Funkien, Farne und Purpurglöckchen sind genau dafür da.
Schatten- & Waldgarten⛰️ Hang und Böschung
Wo Mähen gefährlich wird und Regen die Erde wegspült, halten flächige Bodendecker mit Ausläufern den Boden dauerhaft fest.
Bodendecker für den Hang🏙️ Kleiner Stadtgarten
Wenig Fläche verträgt keine bunte Mischung. Wenige Arten in Blöcken, klare Kanten, immergrüne Struktur – das lässt kleine Gärten größer wirken.
Moderner Garten🙈 Nachbarn zu nah
Blickdicht wird es mit einer Hecke am schnellsten, luftiger mit hohen Gräsern oder Bambus – beides schirmt ab, ohne den Garten zuzumauern.
Sichtschutz ansehen🐝 Etwas für Insekten tun
Entscheidend ist nicht die einzelne Pflanze, sondern die durchgehende Blüte von März bis Oktober. Danach ist der Naturgarten sortiert.
Naturgarten & BienenweideIn vier Schritten vom Bild zum Beet
Messen Sie die Fläche in Quadratmetern aus und beobachten Sie einen Tag lang, wie lange die Sonne darauf steht. Unter drei Stunden ist Schatten, drei bis sechs Stunden Halbschatten, mehr als sechs Stunden volle Sonne. Prüfen Sie außerdem, wie schnell Wasser versickert: Steht nach einem Guss noch nach einer Stunde eine Pfütze, ist der Boden schwer – dann scheiden Kies- und Dünengarten aus, solange Sie nicht Sand und Splitt einarbeiten.
Entscheiden Sie sich für einen Stil und bleiben Sie dabei – Mischen ist der häufigste Fehler. Nehmen Sie aus dem gewählten Bereich drei bis fünf Arten: ein bis zwei Gräser oder Solitäre für die Struktur, zwei bis drei Stauden für Blüte und Blatt, bei Bedarf einen Bodendecker für die Fläche dazwischen. Weniger Arten in größeren Gruppen wirken immer ruhiger als viele Einzelstücke.
Faustregeln für unsere Jungpflanzen, jeweils pro Quadratmeter: Bodendecker 8 bis 12 Stück, Stauden 5 bis 7, mittelhohe Gräser 3 bis 5, große Solitäre wie Chinaschilf oder Pampasgras einzeln setzen und ihnen einen ganzen Quadratmeter lassen. Pflanzen Sie in ungeraden Gruppen – drei, fünf, sieben Stück derselben Sorte nebeneinander –, dann wirkt das Beet vom ersten Jahr an geschlossen.
Boden lockern, Unkrautwurzeln gründlich entfernen, Töpfe vor dem Setzen wässern, gleich tief einpflanzen und kräftig einschlämmen. Im ersten Jahr lieber einmal pro Woche durchdringend gießen als jeden Tag ein bisschen. Eine dünne Mulchschicht – Rindenhumus im Schattenbeet, Splitt im Kiesbeet – spart die Hälfte der Gießgänge und hält Unkraut zurück, bis die Pflanzen die Fläche selbst geschlossen haben.
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Pflanzen nach Gartenstil kaufen
Ein Gartenstil ist nichts anderes als eine bewährte Kombination aus Standort, Bodenart und Pflanzenauswahl. Der Kiesgarten und der Präriegarten setzen auf durchlässigen, mageren Boden und trockenheitsverträgliche Gräser wie Federgras (Stipa), Rutenhirse (Panicum) und Chinaschilf (Miscanthus). Der Schatten- oder Waldgarten arbeitet mit Funkien (Hosta), Purpurglöckchen (Heuchera) und Farnen. Der Japangarten reduziert auf Bambus (Fargesia), Japan-Segge (Carex) und geschnittene Formgehölze, der Naturgarten stellt die durchgehende Blüte für Wildbienen in den Mittelpunkt, der moderne Garten die wiederholte Form, und der Strand- oder Dünengarten kommt mit Sand und Wind zurecht. Bei uns finden Sie zu jedem dieser Stile die passenden Stauden, Ziergräser, Farne und Gehölze – kräftige, gut durchwurzelte Jungpflanzen aus eigener Anzucht, versandkostenfrei ab 100 €.
Noch Fragen?
Häufige Fragen zu Gartenstilen
Ja, aber nicht auf derselben Fläche. Trennen Sie die Bereiche räumlich: der sonnige Vorgarten als Kiesbeet, die Nordseite als Schattengarten. Innerhalb eines Beetes sollten Sie bei einem Stil bleiben – sonst entsteht genau das unruhige Bild, das ein Stil eigentlich verhindern soll. Manche Pflanzen tauchen übrigens in mehreren Stilen auf, weil sie in beide Bilder passen; das ist so gewollt.
Bei unseren Jungpflanzen rechnen Sie mit 8 bis 12 Bodendeckern, 5 bis 7 Stauden oder 3 bis 5 mittelhohen Gräsern je Quadratmeter. Große Solitäre wie Chinaschilf oder Pampasgras bekommen einen Quadratmeter für sich allein. Wer etwas dichter pflanzt, hat die geschlossene Fläche ein Jahr früher.
Auf schwerem Boden funktionieren Naturgarten, Cottage-Bepflanzung und der Schattengarten am besten. Kies-, Prärie- und Dünengarten brauchen dagegen Durchlässigkeit: Dort müssten Sie die obersten 30 bis 40 Zentimeter mit grobem Sand und Splitt abmagern. Das ist Arbeit, aber einmalig – danach ist es der pflegeleichteste Garten überhaupt.
Unsere Pflanzen kommen im Topf und lassen sich das ganze Jahr über setzen, solange der Boden nicht gefroren ist. Am besten wachsen sie im Herbst an: Der Boden ist warm, es regnet häufiger, und die Wurzeln arbeiten bis in den November. Das Frühjahr ist die zweite gute Zeit, verlangt im ersten Sommer aber mehr Gießen.
Ja. Unsere fertigen Beete decken jeweils ein bis zwei Quadratmeter ab und enthalten aufeinander abgestimmte Sorten in der richtigen Stückzahl – für Kiesbeet, Schattenbeet, Bienenbeet und Bodendeckerfläche. Wer lieber selbst zusammenstellt, nimmt sie als Vorlage und tauscht einzelne Arten aus.













