
Trockenheitsresistenter Garten: Der komplette Praxis-Guide aus der Gärtnerei
Der Sommer 2026 macht es unübersehbar: Wochenlange Trockenheit, Rekord-Niedrigwasser in den Flüssen und Beete, die trotz täglichem Gießen schlappmachen. Viele Gartenbesitzer stehen gerade vor derselben Frage – wie soll das in Zukunft weitergehen? Unsere Antwort aus über 60 Jahren Gärtnerei-Erfahrung: nicht mit mehr Gießen, sondern mit einem Garten, der Trockenheit von vornherein wegsteckt. Das ist keine Verzichtserklärung, im Gegenteil – ein gut geplanter Trockengarten blüht monatelang, summt vor Insekten und macht weniger Arbeit als jedes konventionelle Beet. In diesem Praxis-Guide zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie Ihren Garten trockenfest machen: vom Boden über die richtige Gießstrategie bis zur Pflanzenwahl für Sonne, Schatten und Kübel – mit den Stauden und Gräsern, die sich auf unseren Feldern am Niederrhein seit Jahren in praller Sonne bewähren.
Das Prinzip: Trockenresistenz beginnt im Boden, nicht bei der Pflanze
Der größte Irrtum beim Thema Trockenheit lautet: „Ich muss einfach mehr gießen.“ Tatsächlich ist häufiges, oberflächliches Gießen die Hauptursache für trockenheitsempfindliche Gärten. Wer jeden Abend ein bisschen sprengt, erzieht seine Pflanzen zu Flachwurzlern: Die Wurzeln bleiben in den oberen fünf Zentimetern, wo es regelmäßig feucht ist – genau dort, wo der Boden bei Hitze zuerst austrocknet. Bleibt das Gießen dann einmal aus, kollabiert das Beet.
Trockenheitsresistente Gärten funktionieren genau andersherum. Sie beruhen auf drei Säulen:
- Tiefe Wurzeln: Pflanzen, die selten, aber durchdringend gewässert werden, wurzeln 30, 50, manche Präriestauden sogar über 100 Zentimeter tief – und erreichen dort Wasserreserven, die oberflächlich nie austrocknen.
- Speicherfähiger, durchlässiger Boden: Ein lebendiger, humoser Boden hält Regenwasser wie ein Schwamm und gibt es langsam wieder ab.
- Die richtige Pflanzenwahl: Stauden und Gräser, die von Natur aus für trockene Standorte gebaut sind – mit Silberlaub, dicken Blättern, tiefen Pfahlwurzeln oder feinen, verdunstungsarmen Halmen.
Wer alle drei Säulen kombiniert, hat nach ein bis zwei Anwachsjahren ein Beet, das auch vier Wochen ohne Regen übersteht – ohne einen einzigen Gang mit der Gießkanne.
Wie Pflanzen Trockenheit überleben: Die vier Strategien der Trockenkünstler
Ein kurzer Blick in die Botanik lohnt sich, denn wer versteht, wie Pflanzen mit Dürre umgehen, erkennt trockenheitsresistente Arten künftig auf einen Blick – auch im Gartencenter-Regal. Die Natur hat im Wesentlichen vier Baupläne entwickelt:
- Silber- und Graulaub: Pflanzen wie Lavendel, Blauraute oder Wolliger Thymian überziehen ihre Blätter mit feinen Härchen oder Wachsschichten. Das helle Laub reflektiert das Sonnenlicht, die Härchen bremsen den Wind direkt an der Blattoberfläche – beides senkt die Verdunstung enorm. Faustregel: Je silbriger das Laub, desto sonnenfester die Pflanze.
- Sukkulenz – der eingebaute Wassertank: Mittagsblumen (Delosperma) und andere Dickblattgewächse speichern Wasser direkt in ihren fleischigen Blättern und leben in Dürrephasen wochenlang von diesen Reserven. Deshalb gehören sie zu den wenigen Pflanzen, die selbst auf glühend heißen Südbalkonen ohne tägliche Pflege durchblühen.
- Die Pfahlwurzel – der Tiefbrunnen: Edeldistel, Echinacea und viele Präriestauden bohren sich mit einer kräftigen Hauptwurzel in Bodenschichten vor, die selbst im Hochsommer nie ganz austrocknen. Solche Arten mögen es nicht, verpflanzt zu werden – einmal richtig gesetzt, bleiben sie aber jahrzehntelang.
- Schmale Blätter und Sommerruhe: Gräser wie Federgras oder Blauschwingel minimieren ihre Verdunstungsfläche durch feine, oft eingerollte Halme. Und einige Arten beherrschen den Not-Aus: Bei extremer Dürre stellen sie das Wachstum ein, lassen oberirdisch Laub einziehen und treiben nach dem nächsten Regen frisch durch – derselbe Mechanismus, der auch Ihren braunen Rasen wieder ergrünen lässt.
Für die Beetplanung heißt das: Kombinieren Sie ruhig verschiedene Strategien. Ein Beet aus Silberlaub (Lavendel, Blauraute), Pfahlwurzlern (Echinacea, Edeldistel), Sukkulenten (Delosperma) und feinen Gräsern ist nicht nur optisch spannend – es verteilt das Dürrerisiko auf mehrere Überlebenstaktiken.
Schritt 1: Den Boden vorbereiten – der Wasserspeicher unter Ihren Füßen
Bevor die erste Pflanze in die Erde kommt, lohnt ein ehrlicher Blick auf den Boden. Die beiden Extreme machen bei Trockenheit auf unterschiedliche Weise Probleme: Sandboden lässt Wasser ungenutzt durchrauschen, schwerer Lehm- oder Tonboden wird bei Dürre betonhart und reißt auf, während er im Winter zur Staunässefalle wird – dem heimlichen Killer fast aller Trockenkünstler.
So verbessern Sie beide Böden:
- Sandboden: Reifen Kompost großzügig einarbeiten (8–10 Liter pro m²). Der Humus wirkt als Wasserspeicher und hält Nährstoffe im Wurzelraum.
- Lehm-/Tonboden: Grobkörnigen Sand oder feinen Splitt (ca. ein Drittel des Volumens) und Kompost 20–30 cm tief einarbeiten. Das schafft Drainage und Struktur.
- Für echte Kies- und Steppenbeete: Die obersten 10–15 cm mit mineralischem Material (Splitt, Kies, Lava) abmagern. Klingt paradox – aber magere, mineralische Böden zwingen die Wurzeln in die Tiefe und machen Steppenpflanzen langlebiger und standfester.
Mulch: Die Klimaanlage fürs Beet
Eine Mulchschicht senkt die Verdunstung drastisch und hält den Boden im Sommer messbar kühler. Entscheidend ist das richtige Material am richtigen Ort: Mineralischer Mulch (Splitt oder Kies, 5–7 cm) ist erste Wahl für Steppen- und Kiesbeete mit Lavendel, Federgras oder Blauschwingel – er speichert tagsüber Wärme, hält den Wurzelhals trocken und verrottet nicht. Organischer Mulch (Rindenkompost, Laub, Rasenschnitt in dünnen Lagen) passt zu Beeten mit humusliebenden Stauden und in den trockenen Schatten. Wichtig: Frischer Rindenmulch zehrt Stickstoff – vorher etwas Hornspäne streuen.
Kiesgarten ist nicht Schottergarten
Ein Wort in eigener Sache, weil wir es oft gefragt werden: Ein bepflanztes Kiesbeet hat nichts mit den grauen „Schottergärten“ zu tun, die vielerorts inzwischen zu Recht verboten sind. Der Schottergarten ist eine versiegelte Steinwüste über Unkrautvlies – heiß, tot und ökologisch wertlos. Ein Kiesbeet dagegen ist ein lebendiger, offener Boden mit mineralischer Mulchschicht, dicht bepflanzt mit Stauden und Gräsern: Es kühlt durch Verdunstung über die Blätter, bietet Bienen und Schmetterlingen monatelang Nahrung und braucht nach dem Anwachsen fast kein Wasser. Genau das ist das Gegenteil einer Steinwüste – und die klimafeste Gartenform der Zukunft.
Schritt 2: Richtig gießen – selten, aber durchdringend
Auch der trockenheitsresistenteste Garten braucht in zwei Situationen Wasser: im Anwachsjahr und in extremen Dürrephasen. Dann gilt die wichtigste Gießregel überhaupt:
Lieber einmal pro Woche 20 Liter pro Quadratmeter als jeden Tag zwei.
20 Liter durchfeuchten den Boden 20–30 Zentimeter tief – dort, wo die Wurzeln hinsollen. Tägliche kleine Gaben verdunsten größtenteils, bevor sie überhaupt ankommen. Dazu drei Praxisregeln aus der Gärtnerei:
- Morgens gießen, nicht abends: Am frühen Morgen ist der Boden kühl, die Verdunstung minimal – und das Laub trocknet schnell ab, was Pilzkrankheiten und Schnecken vorbeugt.
- An die Wurzel, nicht über die Blätter: Gezielt an den Fuß der Pflanze wässern. Rasensprenger sind für Staudenbeete die ineffizienteste Lösung.
- Anwachsphase ernst nehmen: Frisch gesetzte Stauden brauchen in den ersten 4–6 Wochen regelmäßige Wassergaben – auch die größten Trockenkünstler. Ihre Trockenheitstoleranz entwickeln sie erst, wenn sie eingewurzelt sind.
Regenwasser nutzen: Die günstigste Wasserquelle fällt vom Himmel
Wenn schon gewässert wird, dann am besten mit gesammeltem Regenwasser – es ist kalkfrei, temperiert und kostenlos. Eine einfache 300-Liter-Tonne am Fallrohr deckt die Anwachspflege eines ganzen Beetes ab; wer neu baut oder saniert, sollte über eine Zisterne nachdenken. Zwei Ergänzungen aus der Praxis: Ollas – unglasierte Tongefäße, die man neben durstige Einzelpflanzen oder in Kübel eingräbt und befüllt – geben Wasser über Tage direkt an den Wurzelraum ab und sind perfekt für die Urlaubszeit. Und ein simpler Gießrand aus Erde um frisch gesetzte Pflanzen sorgt dafür, dass jedes Wässern dort versickert, wo es hin soll, statt oberflächlich wegzulaufen. In Kombination mit Mulch reduziert das den Gießaufwand nochmals deutlich – und in vielen Regionen, in denen im Hochsommer Bewässerungseinschränkungen gelten, ist gesammeltes Regenwasser ohnehin die einzige verlässliche Reserve.
Schritt 3: Die richtigen Pflanzen für jede Situation
Jetzt kommt der schönste Teil. Für jede Gartensituation gibt es erprobte Trockenkünstler – hier sind unsere Empfehlungen direkt vom Feld, sortiert nach den vier häufigsten Einsatzbereichen.
Vollsonne & Kiesbeet: Die Steppen-Klassiker
| Pflanze | Höhe | Blüte/Schmuck | Stärke bei Trockenheit |
|---|---|---|---|
| Steppensalbei 'Ostfriesland' | 40–50 cm | violettblau, Juni–Sept. | Tiefwurzler, blüht nach Remontierschnitt ein zweites Mal |
| Riesen-Federgras (Stipa gigantea) | bis 200 cm | goldene Rispen ab Juni | Steppengras, kommt monatelang ohne Wasser aus |
| Echinacea 'Lakota Red' | 40–50 cm | leuchtend rot, Juli–Sept. | Präriestaude mit Pfahlwurzel, Bienenmagnet |
| Blauraute 'Blue Spire' | 80–120 cm | blauviolette Rispen, Juli–Sept. | Silberlaub reflektiert Sonne, extrem hitzefest |
| Lavendel 'Hidcote Blue' | 30–40 cm | tiefblau, Juni–Aug. | Mediterraner Klassiker – je magerer und trockener, desto aromatischer |
| Blaue Edeldistel (Eryngium) | 30–50 cm | stahlblaue Blütenköpfe, Juli–Sept. | Pfahlwurzel bis in tiefe Bodenschichten, Insektenweide |
| Lampenputzergras 'Hameln' | 60–80 cm | flauschige Ähren ab Aug. | Verträgt Hitze gut; dankt gelegentliche Wassergaben mit üppiger Blüte |
Ebenfalls bewährt: Wolfsmilch (Euphorbia) mit ihrem immergrünen, verdunstungsarmen Laub sowie Rudbeckia 'Goldsturm' für den goldgelben Spätsommer-Akzent. Ausführliche Porträts von zehn Trockenkünstlern finden Sie in unserem Beitrag Klimafester Garten: 10 trockenresistente Stauden & Gräser.
Die Königsdisziplin: Trockener Schatten
Unter Bäumen und an Nordseiten von Gehölzen herrscht die schwierigste Kombination überhaupt – Wurzeldruck, Lichtmangel und Trockenheit zugleich. Doch auch dafür gibt es Spezialisten:
| Pflanze | Höhe | Besonderheit |
|---|---|---|
| Bergenie 'Winterglut' | 30–40 cm | Dicke, ledrige Blätter als Wasserspeicher; leuchtende Herbst-/Winterfärbung |
| Mandel-Wolfsmilch 'Robbiae' | 40–60 cm | Immergrün, durchwurzelt selbst Problemzonen unter Gehölzen |
| Golderdbeere (Waldsteinia) | 10–15 cm | Immergrüner Teppich, gelbe Blüten im Frühjahr, sehr wurzeldruckfest |
| Schlangenbart (Ophiopogon) | 15–25 cm | Grasartiger, immergrüner Bodendecker – erstaunlich trockenfest im Schatten |
| Storchschnabel (Geranium) | 20–50 cm | Robuste Arten wie G. macrorrhizum gedeihen im trockenen Halbschatten |
Mehr Ideen für schwierige schattige Lagen finden Sie im Ratgeber Schattengarten gestalten.
Bodendecker & Rasenalternative: Grün ohne Sprenger
Der klassische Zierrasen ist der größte Wasserschlucker im Garten – und in Dürresommern das erste Opfer. Auf Flächen, die nicht bespielt werden, sind trockenfeste Bodendecker die klügere Wahl: Polsterthymian 'Red Carpet' bildet begehbare, duftende Teppiche mit purpurroter Blüte, der Wollige Thymian silbrig-weiche Polster für vollsonnige Flächen. Dazwischen setzen Mittagsblumen (Delosperma) mit ihren sukkulenten Blättern von Mai bis Oktober leuchtende Farbtupfer – echte Überlebenskünstler, die Wasser direkt im Blatt speichern. Für halbschattige Bereiche übernimmt die Golderdbeere. Eine komplette Anleitung mit acht Alternativen gibt es im Beitrag Bodendecker statt Rasen – und die volle Auswahl in unserer Bodendecker-Kollektion.
Kübel & Balkon: Trockenkünstler für Gefäße
Kübel trocknen schneller aus als jedes Beet – umso wichtiger ist hier die richtige Artenwahl. Bewährt haben sich Blauschwingel 'Elijah Blue' mit seinen stahlblauen, immergrünen Igelpolstern, Lavendel in allen Sorten, kompakte Gräser wie das Bärenfellgras und die unverwüstlichen Mittagsblumen. Drei Kübel-Grundregeln: mindestens 10 Liter Volumen (je größer, desto trockenheitstoleranter), immer ein Abzugsloch mit Drainageschicht, und eine mineralische Mulchauflage aus Kies gegen Verdunstung. Weitere Tipps finden Sie im großen Kübelpflanzen-Guide.
Schritt für Schritt: So legen Sie Ihr Trockenbeet an
Die komplette Anlage eines Trockenbeets an einem Wochenende – so gehen wir in der Gärtnerei vor:
- Fläche vorbereiten: Rasensoden abtragen bzw. Unkraut samt Wurzeln entfernen – besonders gründlich bei Wurzelunkräutern wie Giersch und Quecke. Auf Unkrautvlies verzichten wir bewusst: Es behindert das Bodenleben und die Selbstaussaat der Stauden; die Mulchschicht übernimmt die Unkrautunterdrückung.
- Boden lockern und verbessern: 20–30 cm tief lockern (Grabegabel statt Umgraben schont das Bodenleben). Je nach Bodenart Kompost und/oder Splitt einarbeiten, wie oben beschrieben.
- Pflanzen auslegen statt sofort einpflanzen: Stellen Sie alle Töpfe zunächst auf die Fläche – Leitpflanzen zuerst, dann Gruppen zu 3–5 Stück, ungerade Zahlen wirken natürlicher. Jetzt lässt sich noch alles verschieben.
- Wässern und pflanzen: Wurzelballen tauchen, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. So tief pflanzen, wie die Pflanze im Topf stand – Lavendel und andere Silberlaubige eher einen Fingerbreit höher, damit der Wurzelhals trocken bleibt.
- Mulchen: 5–7 cm Splitt oder Kies zwischen den Pflanzen verteilen, den Wurzelhals dabei frei lassen.
- Durchdringend angießen: Auch das trockenheitsresistenteste Beet startet mit einer kräftigen Wassergabe – 15–20 Liter pro m², damit sich der Boden um die Ballen schließt.
- Anwachsphase begleiten: In den ersten 4–6 Wochen bei ausbleibendem Regen wöchentlich durchdringend wässern, danach die Gaben bewusst ausschleichen – jetzt beginnt die Erziehung zum Tiefwurzler.
Die 7 häufigsten Fehler – und wie Sie sie vermeiden
Zum Schluss der Praxisteil, den wir aus unzähligen Beratungsgesprächen kennen. Diese sieben Fehler machen Gärten dürreanfällig:
- Täglich ein bisschen sprengen: Der Klassiker – erzieht Flachwurzler und verschwendet Wasser. Besser: selten und durchdringend.
- Abends aufs Laub gießen: Fördert Pilzkrankheiten und lockt Schnecken. Besser: morgens, direkt an die Wurzel.
- Fetter, gedüngter Boden für Steppenpflanzen: Lavendel & Co. werden auf nährstoffreichem Boden mastig, weich und trockenheitsempfindlich. Trockenkünstler wollen es mager.
- Drainage vergessen: Die meisten „erfrorenen“ Lavendel und Gräser sind in Wahrheit im nassen Winterboden verfault. Splitt ins Pflanzloch ist die günstigste Lebensversicherung.
- Zu spät im Frühjahr gepflanzt: Wer erst im Mai pflanzt, schickt Jungpflanzen ohne Wurzelwerk in den Hitzesommer. Herbstpflanzung verschafft den entscheidenden Vorsprung.
- Offenen Boden nackt lassen: Unbedeckter Boden verliert bei Hitze täglich mehrere Liter Wasser pro m². Mulch oder dichte Pflanzung – am besten beides.
- Beim ersten Welken sofort gießen: Viele Stauden lassen mittags schützend die Blätter hängen und richten sich abends wieder auf – das ist Hitzeschutz, kein Wassermangel. Erst reagieren, wenn die Pflanze auch morgens noch schlappt.
Beispiel-Beetplan: 10 m² Trockenbeet zum Nachpflanzen
So könnte Ihr Einstieg aussehen – ein vollsonniges Beet von 10 m² (z. B. 5 × 2 m) auf durchlässigem Boden mit Splittmulch, geplant für Blüte von Mai bis Oktober und Struktur im Winter:
| Position | Pflanze | Stückzahl |
|---|---|---|
| Leitpflanze (Hintergrund) | Stipa gigantea oder Blauraute | 3 |
| Blüten-Gerüst (Mitte) | Steppensalbei + Echinacea | je 5–6 |
| Struktur & Bewegung | Lampenputzergras 'Hameln' | 3–4 |
| Vordergrund & Rand | Blauschwingel + Delosperma + Thymian | je 4–5 |
Insgesamt rund 30–35 Pflanzen – als Faustregel rechnen Sie im Trockenbeet mit 6–8 Pflanzen pro m², eher locker gesetzt, damit jede Pflanze ihren Wurzelraum bekommt. Wer sich die Auswahl erleichtern möchte: Unsere fertig zusammengestellten Gräser-Kollektionen und Stauden-Kollektionen enthalten aufeinander abgestimmte, trockenverträgliche Sorten direkt vom Feld.
Der beste Zeitpunkt: Warum Spätsommer und Herbst ideal sind
Die gute Nachricht für alle, die jetzt im Dürresommer umplanen: Sie müssen nicht bis zum Frühjahr warten – Sie sollten es sogar nicht. Spätsommer bis Herbst ist die beste Pflanzzeit für trockenheitsresistente Stauden und Gräser. Der Boden ist noch warm, die Verdunstung sinkt von Woche zu Woche, und über Herbst und Winter bauen die Pflanzen genau das tiefe Wurzelwerk auf, das sie im nächsten Sommer unabhängig vom Gießen macht. Eine Herbstpflanzung geht mit einem Wurzelvorsprung von einem halben Jahr ins erste Hitzejahr – der Unterschied ist auf unseren Feldern jedes Jahr deutlich sichtbar. Planen können Sie schon jetzt; wie Sie dabei vorgehen, zeigt unser Beitrag zur Gartenplanung im Sommer.
Häufige Fragen zum trockenheitsresistenten Garten
Muss ich im Sommer wirklich nicht jeden Tag gießen?
Nein – bei etablierten, trockenverträglichen Pflanzungen ist tägliches Gießen sogar kontraproduktiv, weil es Flachwurzeln fördert. Gießen Sie eingewachsene Trockenbeete nur in extremen Dürrephasen, dann aber durchdringend mit rund 20 Litern pro m². Einzige Ausnahme: Neupflanzungen in den ersten 4–6 Wochen und Kübel, die regelmäßig Wasser brauchen.
Ist mein brauner Rasen tot?
In den allermeisten Fällen nicht. Gräser schalten bei Dürre in eine Sommerruhe: Die Halme vertrocknen, die Wurzeln und Triebknoten überleben. Nach den ersten kräftigen Regenfällen treibt der Rasen meist binnen zwei bis drei Wochen wieder grün durch. Nicht düngen, nicht vertikutieren, möglichst wenig betreten – und langfristig überlegen, ob Teilflächen nicht besser mit trockenfesten Bodendeckern bepflanzt werden.
Kann ich bei Hitze und Dürre überhaupt neu pflanzen?
Ja, mit der richtigen Technik: Wurzelballen vor der Pflanzung in Wasser tauchen, möglichst früh morgens oder abends pflanzen, kräftig einschlämmen, mulchen und in den ersten Wochen konsequent wässern. Containerware wie unsere ist das ganze Jahr über pflanzbar. Noch entspannter ist die Pflanzung ab Ende August, wenn die größte Hitze vorbei ist – dafür können Sie jetzt schon planen und bestellen.
Sind Kiesbeete nicht schlecht für Insekten?
Genau umgekehrt – sofern es ein echtes, bepflanztes Kiesbeet ist und kein Schottergarten. Steppensalbei, Edeldistel, Thymian, Lavendel und Echinacea gehören zu den besten Bienenweiden überhaupt, und die offenen, sandig-kiesigen Bodenstellen sind wertvolle Nistplätze für Wildbienen. Ein blühendes Trockenbeet ist ökologisch deutlich wertvoller als jeder bewässerte Zierrasen.
Welche Pflanzen vertragen Trockenheit UND nasse Winter?
Das ist die Kernfrage für unser Klima, denn auf Dürresommer folgen oft nasse Winter. Die Lösung liegt im Boden: Mit Drainage aus Splitt und mineralischem Mulch am Wurzelhals kommen fast alle hier vorgestellten Arten problemlos durch – besonders robust gegenüber dieser Kombination sind Steppensalbei, Bergenie, Storchschnabel, Golderdbeere, Blauschwingel und die Gräser. Empfindlicher bei Winternässe sind Lavendel und Delosperma; beide brauchen zwingend durchlässigen Boden.
Wie schnell ist ein Trockenbeet eingewachsen und pflegeleicht?
Rechnen Sie mit einer Saison Anwachspflege: regelmäßiges Wässern in den ersten Wochen, gelegentliches Jäten, bis die Pflanzen die Fläche schließen. Ab dem zweiten Jahr beschränkt sich die Pflege auf den Rückschnitt im zeitigen Frühjahr und Not-Wassergaben in Extremphasen. Kein Dauergießen, kein Düngerprogramm, kein Rasenmähen – deshalb sind Trockenbeete langfristig die pflegeleichteste Gartenform überhaupt.
Fazit: Aus dem Dürresommer die richtigen Schlüsse ziehen
Der Sommer 2026 ist kein Ausreißer, sondern ein Vorgeschmack – doch wer jetzt handelt, macht aus der Not eine echte Chance. Die Formel ist einfach: durchlässiger, humoser Boden plus Mulch, selten aber durchdringend gießen, und Pflanzen wählen, die für Hitze gemacht sind. Das Ergebnis ist kein Verzichtsgarten, sondern ein Beet voller Farbe, Duft und Insektenleben, das Ihnen von Jahr zu Jahr mehr Arbeit abnimmt. Alle vorgestellten Stauden, Gräser und Bodendecker wachsen bei uns im Freiland auf – abgehärtete Gärtnerqualität direkt vom Feld unserer Staudengärtnerei am Niederrhein, ideal für die Herbstpflanzung. Stöbern Sie durch unsere Stauden, Ziergräser und Bodendecker – und machen Sie Ihren Garten in dieser Saison dürrefest.

